Slider

 

Unsere Vision

In dem bundesweiten Projekt „Zeugen der Zeitzeugen“ wollen wir der letzten Generation der Holocaust-Überlebenden und deren Kindern und Enkeln begegnen, mit ihnen in einen Dialog treten und auch in der Zukunft das Gedenken an den Holocaust lebendig halten. Die jungen Leute werden hierbei zu Zeugen der Zeitzeugen, die als Multiplikatoren das Gedenken an den Holocaust und die uns anvertrauten Lebensgeschichten lebendig halten. Die Beziehung zwischen Deutschland und Israel stärken wir durch bilaterale Reisen.

 

Einige Gedanken

Immer wieder wünsche ich mir, wenn ich als Zeitzeuge unterwegs bin: ‚Fragt uns, wir sind die Letzten!‘ Wer sollte je noch authentisch darüber berichten können, was die Nationalsozialisten mit ihrem Rassenwahn, mit ihrer Missachtung anderer Völker und Volksgruppen in ganz Europa angerichtet haben.
Ja, wer sollte...??? Und dann traf ich unverhofft auf junge Menschen, die sich freiwillig ein Vermächtnis aufgebürdet haben. Sie wollen Zeugen der Zeitzeugen sein. Und so opfern sie ihre Freizeit, um einst unsere Schicksale weiter erzählen zu können. Habt Dank für Euer Engagement und Eure Aktivitäten. Und verkündet für uns und die Millionen unserer Toten:
Faschismus ist keine Meinung, Faschismus ist ein Verbrechen!

Horst Selbiger 2015, geb. 1928, Überlebender des Holocaustes

 

Es ist wichtig, dass immer wieder Leute gegen das Vergessen und gegen den Antisemitismus aufstehen. Ich freue mich über Initiativen wie "Zeugen der Zeitzeugen", die junge Menschen ermutigen genau das zu tun: Das Erbe der Zeitzeugen weitertragen und aufstehen für Menschenrechte, Freiheit und Demokratie.

Iris Berben zu unserer Arbeit 2017

 

Nicht nur die Politik oder Eltern und Schulen, wir alle tragen Verantwortung dafür, dass dieses Gedenken an die nächsten Generationen weitergetragen wird …

Frank-Walter Steinmeier zum Holocaust-Gedenktag 2016

 

Unsere Schirmherrin Mirna Funk

Wie wäre es also mit einer anderen Form der Erinnerungskultur? Einer, die nicht nur auf die Opfer verweist und die die Täter nicht ikonisiert. Schließlich fühlt es sich so an, als hätten Himmler, Goebbels, Hitler, Göring, Eichmann und ein paar gelandete Außerirdische alle geliebten Juden umgebracht. Wie wäre eine Erinnerungskultur, die Kindern beibringt, dass sie Teil der Geschichte sind, weil sie verstehen, dass ihre Großeltern und Urgroßeltern auch Teil der Geschichte waren? So wie "Zeugen der Zeitzeugen" Begegnungen schafft zwischen jung und alt, Nachfahren der Täter und Opfer, [...] kann das gelingen. Wenn sich junge Deutsche und Israelis einfach gegenseitig fragen: "Wo war dein Opa während des Holocausts? Dann geschehen Bildungsbegegnungen wie bei "Zeugen der Zeitzeugen".

Mirna Funk, Journalistin und Autorin

 

Mirna Funk wurde 1981 in Ostberlin geboren und studierte Philosophie sowie Geschichte an der Humboldt-Universität. Sie arbeitet als freie Journalistin und Autorin, unter anderem für »Neon«, »L’Officiel Germany« und »Die Zeit«, und schreibt über kulturelle Phänomene, Identität und ihr Leben zwischen Berlin und Tel Aviv. 2015 erschien ihr Debütroman ›Winternähe‹, für den sie mit dem Uwe-Johnson-Förderpreis 2015 für das beste deutschsprachige Debüt ausgezeichnet wurde.