Vortrag: Antisemitismus Geflüchteter aus dem Nahen Osten

Kategorie
Veranstaltungen
Datum
9. Mai 2019 19:00 - 21:30
Veranstaltungsort
Bonn - Hörsaal 17, Institut für Anglistik, Regina-Pacis-Weg 5
Vortrag: Antisemitismus Geflüchteter aus dem Nahen Osten Vortrag: Antisemitismus unter jungen Geflüchteten aus dem Nahen Osten – und eine Diskussion des Umgangs damit Donnerstag, 9. Mai 2019 um 19:00 Uhr im Hörsaal 17, Institut für Anglistik, Regina-Pacis-Weg 5 Vortrag von David Lüllemann Auch wenn sich nicht sagen lässt, dass es nicht bereits eine öffentliche Debatte um den möglicherweise verstärkt auftretenden Antisemitismus unter Geflüchteten aus dem islamischen Raum in der letzten Zeit gegeben hätte, so muss doch konstatiert werden, dass diese Debatte häufig eher weniger von einer faktisch-inhaltlich orientierten Auseinandersetzung geprägt war, sondern eher von einer polemischen Schlammschlacht im politischen Feld: die AfD nutzt Antisemitismus unter Geflüchteten, um einerseits Stimmung gegen diese zu machen, und andererseits vom eigenen Antisemitismus abzulenken. Andere, zumeist eher dem linken Spektrum zuzuordnende Gruppen verharmlosen das Vorhandensein des Problems – indem sie entweder fast aussschließlich auf den Antisemitismus im rechten Lager verweisen, oder Geflüchtete pauschal in Schutz nehmen. In diesem Vortrag wird versucht, dem Vorhandensein von antijüdischen und israelfeindlichen Einstellungen unter Geflüchteten auf den Grund zu gehen – im Hinblick auf das Ausmaß der Verbreitung und auch auf die Art der Ressentiments. Ein Fokus liegt hierbei auf der Art der verbreiteten Bilder von „dem Juden“ oder „dem Israeli“ unter Geflüchteten, und auf der Frage, welcher persönliche Hintergrund am ehesten zu verfestigten Einstellungen führt. Hierbei wird teilweise auf eine eigene, kleine Forschung zurückgegriffen werden, aber auch andere Forschungsergebnisse werden Berücksichtigung finden. Anschließend kann gerne diskutiert werden, wie mit den gesellschaftlichen Auswirkungen des Antisemitismus unter Geflüchteten umgegangen werden soll, und wie sich das sich ergebende Problem durch Aufklärung vielleicht reduzieren lässt. David Lüllemann ist Student der Geschichtswissenschaft und Judaistik an der Universität Tübingen. Er leitet den Bereich „Bildung gegen Antisemitismus“ in der NGO „Zeugen der Zeitzeugen“ und hat dazu ein kleines Forschungsprojekt zu Antisemitismus unter Geflüchteten aus muslimischen Ländern durchgeführt, welches er auf Konferenzen an der TU Berlin sowie der Bloomington University (IN) bereits vorgestellt hat. Der Vortrag wird von Refugees Welcome Bonn e.V. organisiert. Ausschluss rechter Personen: Die Veranstalter*innen behalten sich vor, Personen, die extrem rechten und/oder rassistischen Parteien, Organisationen oder Szenen angehören bzw. bereits in der Vergangenheit durch rassistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen oder Handlungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.